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Duckesje

    

Die Räubergeschichte vom Duckesje

Zwischen1750 und 1850 wurde Deutschland von Räuberbanden in Atem gehalten. Hier in unserer Gegend ist der Schinderhannes, der im Hunsrück sich seßhaft gemacht hatte, wohl der bekannteste. Die bekanntesten rheinischen Banden waren die Moselbande,  die Bande des Schinderhannes, die Mersische Bande, die Krefelder und Neußer Bande und später die Neuwieder Bande. Anführer der Neuwieder Bande war Mathias Weber, genannt der Fetzer. Er war 1778 in Grefrath bei Neuß geboren und gehörte, bis zu seinem Unwesen in Neuwied , der Krefelder Bande an. Mit ihm waren auch viele Hauptmitglieder der Krefelder Bande nach Neuwied gekommen, weil ihnen in Krefeld der Boden zu heiß geworden war. Neuwied hieß damals in der Gaunersprache „Gudolef“

Einer der Neuwieder Räuber, der alte Friedrich,  genannt der „scheele Jickjack“ weil ihm ein Auge fehlte, war gefangen genommen worden und saß hier in diesem Turm in Engers. Mann hatte vernommen, daß er bereits Mitglieder der Bande verraten hatte und befürchtete, daß er die ganze Bande auffliegen lassen würde,  wenn er noch länger einsäße. Deshalb entschloß sich Fetzer, ihn zu befreien. Es war Nacht, als Fetzer und seine Kumpane in Engers ankamen. Die Tür war eisenbeschlagen. Wachen hatte man keine aufgestellt, weil man glaubte, der Gefangene sie sicher verwahrt. Als Fetzer versuchte, mit einem Pflugeisen, das man sich im nahen Felde besorgt hatte, die Tür aufzubrechen, schrie Jicklack ununterbrochen. Dies konnten die Befreier nicht begreifen, hatte jedoch einen Grund. Die Engerser Bürgerwehr hatte schon mehrmals so getan, als wolle jemand den Jickjack aus dem Gefängnis verhelfen, und jedes Mal, wenn er nicht schrie und Lärm machte,  ihn jämmerlich verdroschen. Auch diesmal glaubte der Friedrich, es seien wieder seine Bewacher, die ihr Spiel mit ihm treiben wollten und schrie deshalb fürchterlich. Als die Tür aufgebrochen war, entdeckte Fetzer im Innern auf dem Boden einen eisernen Rost, mit dem das Verlies abgedeckt war. Sie gaben sich zu erkennen und der Jickjack hörte mit dem Schreien auf. Aber ihn rausholen, das war schwer. Das Loch war tief und die Leiter nahm die Bürgerwehr immer wieder mit. Fetzer befahl den übrigen wache zu stehen und ging zum Rhein runter. Dort holte er sich von einem Fischerkahn ein Netz und eine Stange und damit versuchte man dann den Friedrich hochzuziehen.

Beim ersten mal gelang dies nicht und er fiel wieder in das Loch zurück. Erst mit dem zweiten mal konnten sie ihn herausholen. Aber wie sah der Jickjack aus ? Er hatte nur Lumpen an, einen langen Bart und war völlig verdreckt. Mit ihm wollte man nicht gesehen werden. Man schenkte ihm Kleider und etwas Geld und trennte sich von ihm.

1803 wurde Fetzer gefangen genommen und in Köln durch die Guillotine hingerichtet.

 

Man warf ihm 181 gewaltsame gelungene und 121 mißlungene Delikte vor.

Er starb im Alter von nur 25 Jahren

 

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