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 Die  „Schloss-Schenke“ in Engers-ein Jubiläum

100 Jahre Familie Hommer - Bender

Welcher Besucher des heutigen Neuwieder Stadtteils kennt es nicht, dass imposante zweigiebelige Fachwerkhaus neben dem Alten Rathaus in Engers. Die Rede ist von der „Schloss-Schenke“, jenem Lokal, dessen stimmungsvolles Ambiente weit über die Grenzen von Engers hinaus bekannt ist. Ob man die rheinische Kirmes besucht, dort an Karneval zu Gast ist oder am Convent teilnimmt, man kann sich des Eindrucks nicht erwehren: Das Herz vieler Engerser ist an solchen Tagen in der berühmten Schloss-Schenke zu Hause.

In diesem Jahr kann sie ein höchst seltenes Jubiläum feiern, denn seit genau einhundert Jahren betreibt die Familie Hommer bzw. deren Nachkommen das anheimelnde Lokal. Bei der Uebernahme des „Gasthauses zum Schloss“ -so hieß es vor einhundert Jahren- gab es noch eine ganze Reihe weiterer weit über die Engerser Grenzen hinaus bekannter Gasthäuser und Hotels im idyllischen Rheinstädtchen: Den Rheinischen Hof, dessen Betreiber ein Pionier bei der Verbreitung der damals noch jungen Filmkunst war, die legendäre Römerbrücke, in der die jungen Fähnriche der Kriegsschule sich trafen oder das Hotel Schunkert, Herberge von Fürsten und preußischer Generalität. Von all diesen „Etablissements“ ist allein die Schloss-Schenke übrig geblieben.

In ihrer Ausgabe vom 24.12.1907 berichtete die Bendorfer Zeitung darüber, „dass ein Herr Hommer aus Mülheim die Restauration „Zum Schloss“ für 30.700 Mark ersteigert habe“, die erst im Jahr zuvor von dem Gastwirt Josef Kohlbecher übernommen worden war und seit der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert bereits mehrfach den Eigentümer gewechselt hatte.

Peter Hommer renovierte das zum Zeitpunkt der Uebernahme bereits mehr als 200 Jahre alte Gebäude offensichtlich so beeindruckend, dass sich 1913 sogar der Oberpräsident der Rheinprovinz anlässlich eines Besuches im Engerser Schloss über die durchgeführten Renovierungsarbeiten informierte und diese ausdrücklich lobte. In dieser Zeit dürfte auch der Name des Lokals geändert worden sein, denn es hieß fortan wohl „Schlossrestaurant Peter Hommer“.

Nachdem man im Jahr 1932 die bis dahin verputzten Giebel des Gebäudes mit Hilfe der Denkmalpflege freigelegt und das darunter befindliche Fachwerk sichtbar gemacht hatte, kehrte man in den dreißiger Jahren wieder zum alten Namen Gasthaus zum Schloss zurück. 1933 erhielt Peter Hommer übrigens die silberne Ehrennadel des Wirteverbandes, da er in diesem Jahr die Restauration 25 Jahre betrieb.

Nach dem Tod von Peter Hommer übernahmen zunächst sein Sohn Erich und seine Tochter Gertrud das Anwesen, die nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit ihrem Mann Anton Bender das Gasthaus weiter führte. Man traf sich nun zum abendlichen Kartenspiel oder zum sonntägliche Frühschoppen beim „Bender-Dunn“.  Anfang der fünfziger Jahre wurde  aus dem Gasthaus zu Schloss die „Schloss-Schenke“, die auch heute noch, einhundert Jahre nach dem Erwerb durch Peter Hommer und dem viel zu frühen Tod von Herbert Bender, dem Sohn von Gertrud Bender, von dessen  Witwe Monika geführt wird..

Fragt man nach berühmten Gästen des Wirtshauses in diesen einhundert Jahren, so muss ein Gast auf jeden Fall genannt werden: Professor Theodor Heuss, der erste Präsident der noch jungen Bundesrepublik Deutschland, der an einem Septembertag des Jahres 1951 als unverhoffter Besucher in der Schlo?-Schenke zu Engers erschien....

 

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